Die Kosten einer Kellerentrümpelung hängen vor allem vom Abfallvolumen, dem Arbeitsaufwand, den Zugangswegen und den enthaltenen Abfallarten ab. Ein kleiner, vorsortierter Keller mit gutem Zugang verursacht erheblich weniger Aufwand als ein vollgestellter Raum, aus dem Möbel, Elektrogeräte, Problemstoffe und schwere Gegenstände getrennt abtransportiert werden müssen. Ohne Besichtigung oder genaue Bestandsaufnahme ist ein seriöser Festpreis kaum möglich.
Aus diesen Positionen setzt sich der Preis zusammen
Eine Entrümpelungsfirma berechnet nicht nur die Zeit für das Leerräumen. Zum Auftrag gehören häufig auch Anfahrt, Personal, Transport, Fahrzeug, Sortierung und die Gebühren der jeweiligen Annahmestellen. Ob nach Stunden, geschätztem Volumen oder als Festpreis abgerechnet wird, unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb.
- Arbeitsleistung: Anzahl der Helfer und voraussichtliche Dauer.
- Abtransport: Fahrzeuggröße, Fahrstrecke und Zahl der erforderlichen Fahrten.
- Entsorgung: Art, Gewicht oder Volumen der einzelnen Abfallfraktionen.
- Zugänglichkeit: Treppen, enge Türen, lange Laufwege und fehlende Parkmöglichkeiten erhöhen den Zeitbedarf.
- Zusatzarbeiten: Demontage, besenreine Übergabe oder das Entfernen fest eingebauter Einrichtungen müssen ausdrücklich vereinbart werden.
Die reine Kellerfläche sagt wenig über den Endpreis aus. Zehn Quadratmeter mit wenigen leeren Regalen können schneller geräumt sein als ein halb so großer Raum, der bis unter die Decke gefüllt ist. Für die Kalkulation ist das tatsächlich belegte Volumen meist aussagekräftiger.
Beispielrechnung mit neutralen Angebotswerten
Die folgende Rechnung zeigt lediglich das Rechenprinzip und bildet keine Marktpreise ab. Setze anstelle der Beispielbeträge die Werte aus dem schriftlichen Angebot ein.
Angenommen, ein Betrieb weist 360 Euro für zwei Helfer und das Räumen, 140 Euro für Fahrzeug und Transport sowie 190 Euro für die getrennte Entsorgung aus. Zusätzlich wird eine vereinbarte Demontage mit 70 Euro berechnet. Der angebotene Gesamtbetrag beträgt dann:
(360 Euro Arbeitsleistung + 140 Euro Transport) + (190 Euro Entsorgung + 70 Euro Demontage) = 760 Euro.
Der Zahlencheck ergibt 500 Euro für Räumung und Transport sowie 260 Euro für Entsorgung und Demontage. Zusammen sind das 760 Euro. Vor der Beauftragung muss erkennbar sein, ob die Umsatzsteuer bereits enthalten ist und ob der Betrag als verbindlicher Festpreis oder nur als Schätzung gilt.
Warum die Abfalltrennung den Aufwand verändert
Ein Kellerinhalt ist selten eine einheitliche Abfallart. Möbel und große Haushaltsgegenstände können je nach kommunaler Regelung als Sperrmüll angenommen oder abgeholt werden. Papier, Metalle, Holz, Elektroaltgeräte und andere Wertstoffe haben eigene Entsorgungswege. Farben, Lacke, Lösungsmittel, Batterien und beschädigte Akkus gehören weder in einen gemischten Entrümpelungscontainer noch unbesehen zum Sperrmüll.
Wer alles als gemischte Ladung abholen lässt, spart möglicherweise eigene Sortierzeit, kann aber höhere Entsorgungskosten verursachen. Eine Trennung lohnt sich besonders, wenn größere Mengen sauberer Wertstoffe vorhanden sind und der örtliche Wertstoff- oder Recyclinghof diese aus privaten Haushalten zu passenden Bedingungen annimmt. Annahmemengen, Gebühren und zulässige Abfallarten stehen in der Abfallsatzung beziehungsweise im Abfall-ABC der Kommune oder des beauftragten Entsorgers.
Problemstoffe sollten bei der Anfrage einzeln genannt werden. Unbekannte Chemikalien, undichte Gebinde oder beschädigte Lithium-Akkus dürfen nicht geöffnet, umgefüllt oder gemeinsam mit dem übrigen Kellerinhalt verladen werden. Die kommunale Schadstoffberatung, das Schadstoffmobil oder eine geeignete Fachannahme nennt den sicheren Übergabeweg.
Festpreis, Stundenabrechnung oder eigener Container?
Ein Festpreis ist sinnvoll, wenn der Betrieb den Keller gesehen hat oder aussagekräftige Fotos, Maße und eine Bestandsliste erhalten hat. Im Angebot sollten Räumung, Tragen, Transport, Entsorgung, vereinbarte Zusatzarbeiten und Steuern eindeutig aufgeführt sein. Eine unklare Formulierung wie Entsorgung nach Aufwand verlagert das Kostenrisiko auf den Auftraggeber.
Eine Stundenabrechnung kann bei einem überschaubaren, gut sortierten Bestand passen. Sie ist schwerer vorhersehbar, wenn erst während der Arbeit volle Schränke, schwere Bauteile oder Problemstoffe sichtbar werden. Dann sollte zumindest geregelt sein, welche Stunden- und Fahrzeugkosten gelten und wann Rücksprache gehalten wird.
Ein selbst bestellter Container ist vor allem bei großen Mengen geeigneter, einheitlicher Abfälle eine Option. Für einen typischen gemischten Kellerinhalt ist er nicht automatisch die günstigere Lösung: Containerart, Standdauer, Transport, Entsorgungsgewicht und eine mögliche Stellgenehmigung beeinflussen die Rechnung. Elektrogeräte, Batterien, Flüssigkeiten und andere ausgeschlossene Stoffe müssen weiterhin getrennt bleiben. Die zulässige Befüllung ist vor der Bestellung beim Containerdienst zu klären.
Welche Angaben ein belastbares Angebot braucht
Mehrere Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn alle Betriebe dieselbe Ausgangslage kennen. Eine kurze Beschreibung wie voller Keller reicht dafür nicht aus.
- Grundfläche des Raums und geschätzte Füllhöhe beziehungsweise belegtes Volumen.
- Fotos des gesamten Inhalts sowie schwerer oder ungewöhnlicher Einzelstücke.
- Kellergeschoss, Zahl der Treppenstufen, Türbreiten und Entfernung zum möglichen Fahrzeugstandort.
- Vorhandene Möbel, Elektrogeräte, Reifen, Metalle, Farben, Batterien oder andere getrennt zu behandelnde Stoffe.
- Gewünschter Leistungsumfang: nur Abtransport oder zusätzlich Demontage und besenreine Übergabe.
- Hinweis, ob verwertbare Gegenstände vorhanden sind, die übernommen werden sollen.
Eine mögliche Wertanrechnung sollte im Angebot einzeln ausgewiesen werden. Gebrauchte Möbel oder Sammlungsstücke haben nicht automatisch einen anrechenbaren Verkaufswert. Eine pauschale Zusage ohne Benennung der übernommenen Gegenstände erschwert den Vergleich.
Eigenleistung senkt nicht in jedem Fall die Gesamtkosten
Gut erhaltene Dinge vorab weiterzugeben und Papier, Metall oder Elektroaltgeräte sauber zu trennen, kann das kostenpflichtig abzutransportierende Volumen reduzieren. Auch freie Laufwege verkürzen die Arbeitszeit. Der Vorteil bleibt jedoch nur bestehen, wenn die eigenen Fahrten, Annahmebedingungen und eventuell nötigen Transportmittel mitgerechnet werden.
Für eine Mischlösung gilt: Leichte, eindeutig zuzuordnende Wertstoffe können selbst zu den vorgesehenen Sammelstellen gebracht werden; schwere Möbel und der verbleibende Rest gehen an den Entrümpelungsdienst. Problemstoffe werden separat über die kommunal vorgesehene Annahme abgegeben. Bei unbekannten Stoffen oder beschädigten Akkus hat die sichere fachliche Übergabe Vorrang vor einer Kostenersparnis.
Die passende Entscheidung für den Kellerinhalt
Bei einem kleinen, bereits getrennten Bestand mit gutem Zugang kann eine Abrechnung nach Zeit und tatsächlicher Entsorgungsmenge nachvollziehbar sein. Bei einem vollgestellten Keller, unübersichtlichen Abfällen oder schwierigen Transportwegen bietet ein schriftlicher Festpreis nach Besichtigung mehr Planungssicherheit. Enthält der Keller Problemstoffe, Elektroaltgeräte oder Batterien, müssen diese vor Auftragserteilung genannt und getrennte Entsorgungswege vereinbart werden.
Vergleiche am Ende nicht nur den Gesamtbetrag. Maßgeblich ist, ob alle Leistungen, Abfallarten, möglichen Zuschläge und Steuern enthalten sind. So wird aus einer groben Schätzung eine nachvollziehbare Kostenentscheidung.